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Autor: Edita Truninger

Die magische Nacht

Wie jedes Jahr feierten wir auch 2025 Amazonenweihnachten – und diese war magisch. Auch kosmologisch gesehen: Die Erdachse hatte ihre maximale Neigung erreicht – Wintersonnenwende. Uff. Der halbe Weg ist geschafft. Dieses Mal als Special Guest mit dabei: Jener Krieger, der anno dazumal jede unserer übermütigen Aktionen, jede Flause und jeden mental breakdown stoisch über sich ergehen liess: Lockenkopfs Angetrauter. Ihm kam in unserer Gruppe eine sehr wichtige Funktion zu. In der spirituellen Sprache würde man ihn wohl als Transportwesen bezeichnen. Er fuhr uns nämlich überall hin: Auf jedes Ska-Konzert (ja, Kinder, die verstorbene Musikrichtung unserer Generation, ich erklär’s euch ein andermal), auf jede Band-Party und jede Hippiefete hat er uns mit seinem Lövi kutschiert. Zu Beginn war er der einzige mit einem Führerschein, und so wurde sein Fahrservice ganz schnell unsere neue Normalität. Heute ist es mir allerdings ein Rätsel, wie wir uns zu fünft in den kleinen blauen Peugeot mit den aufgemalten Blumen quetschten. Natürlich war es unsere Idee gewesen, die Karosserie floral auszuschmücken. Etwas Hippiemobil muss einfach sein.

Der Krieger, der in sich ruhte

Wo immer also gerade etwas los war am Wochenende zwischen Zürich- und Bodensee: Der Krieger tauchte auf, seine fünf Chicks im Schlepptau. Aber halt, halt, halt! Nicht, dass jetzt hier noch falsche Bilder entstehen. Das hatte nichts Mackerhaftes. Dafür trugen wir eindeutig die falschen Kleider. Und Frisuren. Ausserdem hat der Krieger zwar sehr viel innere Grösse, aber rein äusserlich ist er jetzt kein Zweimetermann. Wahrscheinlich sah es es eher witzig aus, wenn wir aufkreuzten: Wie Cru und seine Mignons oder so. Denn wie die drolligen kleinen Wesen quatschten auch wir pausenlos. Egal, ob es gerade um unsere letzte Blutung, den Sextraum mit dem Lehrer oder das Kostüm für die nächste Fasnacht ging: Nichts brachte den Krieger aus der Ruhe. Ich meine, wenn ich mir den Bär in der gleichen Situation vorstelle: Der wäre RAUS, aber sowas von.

Und als wir nach dem Spaghettimampfen über früher sprachen und uns bogen vor Lachen, dachte ich plötzlich so: Warum pflegte ich meinen Männerhass eigentlich über Jahre hinweg wie ein wertvoller Bonsai – dabei hatte ich ja das beste role model direkt vor der Nase: Der Krieger, offen und interessiert am Gegenüber. Und vor allem: von Herzen grosszügig. Es rührt mich zu realisieren, wie prägend er für meine Sozialisation war. Für unsere, letztlich. Als Mensch, aber irgendwo auch als Mann. Er war ja die einzige Kontrollgruppe, die wir hatten.

Beulenauto

Was Autos angeht, sind sich Lockenkopf und der Krieger übrigens treu geblieben: Immer noch im praktischen Klappformat unterwegs. Geld geben die Eltern von Teenagertöchtern für Dinge aus, die sie als sinnvoller erachten. Das führt zu teils absurden Situationen: Letztes Jahr an den  Amazonen-Weihnachten hatte Lockenkopf einen Gummihammer im Auto. Wenn wir Musik hören wollten, musste die Person auf dem Beifahrersitz mit dem Hammer auf die Abdeckung hauen, damit sich das  Radio einschaltete.

Verschwiegen habe ich bisher, dass der Krieger ein richtig miserabler Autofahrer ist. Trotz der vielen Routine, die er dank uns sammeln durfte! Oder formulieren wir es so: Er ist eben auch beim Autofahren sehr relaxt. Sein neuster Coup: Eine Schleifbeule, die sich der Länge nach über den ganzen Kotflügel zieht. Und weil Lockenkopf genug davon hat, deswegen von allen Seiten blöd angemacht zu werden, hat sie mit einem fetten Edding mitten in die Beule geschrieben: «Das war nicht ich!» Es ist eben nicht immer die Frau, die Beulen macht.

Manchmal ist Lockenkopf auch etwas zu schnell unterwegs: Wie in der magischen Nacht, als sie uns zu später Stunde noch in die Stadt fuhr. Ein Blitzkasten machte einige bestimmt sehr vorteilhafte Aufnahmen von uns. Für lachhafte vierzig Franken. Ist ja geschenkt. Cheeeese!   

In dieser langen und lustigen Nacht bewahrheitet sich ein Gesetz meines Lebens, für das ich sehr dankbar bin: Wenn die Amazonen in mein Leben treten, wird’s rasant.

Der Schneepenis

Ich bin ja der festen Überzeugung, dass Schnee etwas Magisches hat – muss ja so sein, schliesslich kommen die Flöckchen direkt vom Himmel. Beim Bär hingegen ruft Schnee eine akute Grummeligkeit hervor. «Als Südländer kann man es ihm ja auch nicht verübeln», meinte die Eremitin noch am Vorabend des grossen Schneefalls am Telefon. Seine liebenswerte Nonchalance – in den guten Momenten auch wunderbare Gelassenheit genannt – führte leider dazu, dass er jetzt, im Januar, den längt überfälligen Reifenwechsel noch nicht getätigt hat. Klassische südländische Vermeidung.

Jedenfalls hat es uns drei – den grossen und den kleinen Bären und mich verfotzeltes Waschweib – an einem Samstagnachmittag ins Himmelrych verschlagen. Oh ja! Warum haben Menschen, die auf dem Land wohnen, immer so schöne Adressen? Eulenweg  zum Beispiel. Römerstrasse. (Wer ist da wohl durchgerömert?) Oder Himmelrych. Das Himmelrych ist ein typisches Schweizer Einfamilienhausquartier im Kanton Aargau. Es besteht erst seit einigen Jahren, auf dem Navi des alten Autos vom Bär war es noch nicht mal eingezeichnet. Und fertig gebaut ist es auch noch nicht. Aber egal.

Jedenfalls herrschte im Himmelrych noch eine friedhofsähnliche Ruhe, als wir ankamen (Mittagsruhe). Doch ab 14 Uhr ist buchstäblich das ganze Quartier auf den Beinen. Vor praktisch jeder Haustür wird die Einfahrt vom Schnee befreit, und während die Kinder im Schnee herumtoben und mit ihren «Füdlibobs» nach den besten Plätzen zum Schlitteln Ausschau halten, schippen die Erwachsenen Schnee und schauen dabei sehr zufrieden und kein bisschen grummlig aus. Eher so, als wären sie froh, dass es rund ums Haus endlich mal wieder etwas zu tun gibt. Die Gartenarbeit fällt ja im Winter flach.

«Die stecken sich vielleicht gegenseitig mit ihrem Aktionismus an», vermute ich.  Und auch meine Himmelrychner Freundin empört sich: «Es hat doch noch nicht mal aufgehört zu schneien!» Der Bär als wackerer Autofahrer hingegen setzt an zu einem Monolog darüber, dass jetzt der ideale Zeitpunkt sei, um den Schnee noch gut wegzubringen, weil er danach festfrieren … ach, keine Ahnung. Hast du etwas gesagt, Südländer?

Ich hingegen bin nicht mal sicher, ob bei uns an der alten Landstrasse irgendwo eine Schaufel rumsteht. Was ich sicher weiss: Dass ich sicher nicht unter den Eifrigen wäre, die jetzt schon mit der Schneeschaufel zugange wäre. Auf unserem kurzen Spaziergang durch das Himmelrych fragte ich bei zwei Vätern nach den  Beweggründen. Einer führte die Sicherheit der Kinder ins Feld, der andere antwortete mit Schulterzucken, was meine These untermauert, dass er mehr die leeren Stunden am Samstagnachmittag totschlägt. Und das Lustigste: Innert kürzester Zeit entstehen auch schon die ersten Bauwerke  aus Schnee. Ein mächtiger Schneemann mit Knopfaugen schaut gütig zu mir runter, als Arme hat er Buschwerk bekommen, die obligate Karottennase sitzt – und sogar einen Schal hat ihm die Familie noch fürsorglich um den Hals geschlungen. Gleich daneben haben die Erwachsenen eine Eisbar gebaut und auch schon eingerichtet. Ein kleine Junge, der auf seinem Po im Schnee herumrutscht, bietet mir ein Bier an.

Abends kehre ich mit der Erkenntnis zurück in unsere Wohnung, dass in Einfamilienhäusern schon etwas seltsame, weil übereifrige Menschen wohnen. Aber solche mit Kreativität und Tatkraft, das muss man ihnen lassen! Das war noch, bevor ich wusste, dass jemand über Nacht einen riesigen, zwei Meter hohen Penis aus Schnee mitten auf den Thalwiler Dorfplatz gebaut hat. Besonders schönes Detail: Mit kleinen Tannenzweigen haben die Macher:innen die stoppligen Haare am Gemächt angedeutet.

Ach, Thalwil: Jetzt weiss ich endlich, warum ich mich zwischen deinen Lenden so wohl fühle. Heute bin ich dann zum Schneepenis gepilgert wie eine Gläubige zu ihrem Schrein. Ich wollte ihn einfach nochmals mit eigenen Augen sehen, bevor ihn die Sonne erbarmungslos wegschmilz. Die Eichel wies bereits einige besorgniserregende Dellen auf.

Der Schnee ist im Unterland nur ein kurzes Vergnügen – doch dieser geniale Streich wird mir noch lange ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Und den unbekannten Macher:innen wohl erst recht.

Alltagsprosaisches

Sweat Pants

Meine Slips sind zu eng.

Die Leggings auch. Die Jeans ebenfalls.

Das eine Schuhpaar ist zu klein.

Das andere riecht nach Fussschweiss.

Die warmen Handschuhe sind verschwunden.

Der Pullover kratzt.

«Wer Jogginghosen trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren», hiess es heute im Radio.

Da wusste ich, was zu tun war.

Im Geschäft fand ich das formvollendete Modell: Weites Bein, Seitentaschen, locker sitzend. Farbe Schwarz.

Kontrollgewinn: Check.

6. Januar 2026

Die Schmuggellandschaften kommen!

Ich freue mich sehr, dass dieses Jahr im Rotpunkt Verlag ein Buch erscheint, an dem ich mitgeschrieben habe: Mit diesem besonderen Wanderbuch beleuchten die Herausgeber Franz Ebner und Dominik Siegrist gemeinsam mit elf anderen Autor:innen das Sozialphänomen des Schmuggelns. In meinem Beitrag geht es um die Rolle der Frauen.

Während mehr als eines Jahrhunderts gehörte das Schmuggeln von Zigaretten, Kaffee und anderen Gütern zum Alltag an der schweizerischen Südgrenze. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Schmuggel in der Schweiz unter dem Titel »Export II« legalisiert, während er in Italien weiterhin verboten blieb. Auf rund vierzig ausgewählten Wanderungen werden Geschichten und Wege rund um diese vergessene und verdrängte Form der Bergwirtschaft wieder lebendig. Thematische Kapitel, Fotos, Karten und wandertechnische Informationen runden dieses besondere Wanderbuch ab. Schmuggellandschaften macht die Sozialgeschichte des klassischen Schmuggels im Gelände erlebbar.

Die Autor:innen sind Stéphane Andereggen, Adriano Bazzocco, Franz Ebner, Elsbeth Flüeler, Manuel Haas, Raphael Rues, Dominik Siegrist, David Spinnler, Andrea Tognina, Edita Truninger, Andreas Weissen und Ivo Zanoni.

Merke dir folgendes Datum vor:

Buchvernissage am Mittwochabend, 27. Mai 2026 im Zentrum Karl der Grosse in der Zürcher Altstadt

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Willkommen im Stadtatelier

Hach, was für ein reizvolles Leben mich als Thalwiler Autorin erwarten würde! In unserer Strasse gibt es ein kleines Waschhäuschen, das ich zum Schreibatelier umfunktionieren würde. Wenn man richtig ernsthaft schreiben möchte, braucht man nämlich eine Schreiblaube im Garten, das legen die Beispiele bekannter Schriftstellerinnen wie Milena Moser oder Isabel Allende nahe. Aber die Tatsache, dass ich in unserem über 100-jährigen Wohnhaus mit der eigenwilligen Crevettenfarbe keinen Garten habe, macht das Waschhäuschen zu einem würdigen Ersatz. Zumal es auch noch direkt vor meiner Haustür liegt, nur zwanzig Meter weiter die Strasse hinauf. Als waschechter Gfrörli frage ich mich, wie die Heizsituation im Winter wäre und ob es einen Stecker gäbe, an der ich meine Siebträger-Kaffeemaschine anschliessen könnte. – oder ob ich als Kaffee-Ersatz gleich auf El Tony Mate umstellen müsste. Darüber hinaus frage ich mich, ob ich meine Ruhe hätte oder ob gar immer wieder Leute reinschneien würden, die gerade in der Nähe waren und denen ich in meinen neuen bunten marokkanischen Tässchen einen Espresso kredenzen würde.

Also ehrlich gesagt mag ich es nicht besonders, beim Schreiben gestört zu werden. Das merke ich immer, wenn der Bär nach Hause kommt und ich gerade am Tippen bin. Dann bin ich gedanklich abwesend und was er zu erzählen hat, interessiert mich dann nicht besonders. Das könnte in der Tat zu einem Knackpunkt werden, denn die alte Landstrasse ist eine recht trubelige Sache. Regelmässig quetschen sich Linienbusse durch die schmale Strasse, Menschen strömen zielstrebig zum Bahnhof oder kehren schwer beladen vom Einkaufen zurück. Kinder traben neben ihren Eltern her, die den Kinderwagen stossen, und manchmal quert auch eine junge Frau mit Rucksack den Fussgängerstreifen Richtung Hafen, um dort mit dem Schiff ans andere Ufer zum Gymi überzusetzen. Eine sehr urbane Atmosphäre, nicht zu vergleichen mit meinem ehemaligen Landatelier im Winterthurer Umland, das im Vergleich eher ein Geisterdorf ist. Dafür hatte ich dort direkten Blick auf eine Herde weidender Schäfchen! Meine Mutter und ich haben sie geliebt, diese Schäfchen. Als ich Eva wehmütig von dieser wollenen Wonne erzählt habe, versprach sie mir Schäfchen-Aufziehkleber fürs Fenster. Überhaupt die El Liesyum-Frauen vom Buchladen und meine Busenfreundin, die Eremitin: Ich bräuchte kreative und zupackende Frauen, die mir beim Umbau helfen würden. Ich kann ja keinen Hammer richtig halten.

Auch outfittechnisch gibt es offene Fragen! Meine Freundin Lockenkopf hätte in Essaouira an Marokkos Atlantikküste beinahe dieses sagenhafte Übergewändli mit den lustigen Stickereien gekauft. Der Gedanke inspiriert mich so: Sie in diesem Übergwändli in ihrem Landatelier, wo sie Betonfiguren giesst oder Blumengestecke fabriziert. Aber sie fand das Übergwändli trotz einem Preis, der quasi sekündlich fiel, doch zu teuer für ein Kleidungsstück, das sie nur für die Arbeit anzieht und das sehr schnell schmutzig wird. Trotzdem habe ich mich irgendwie in den Gedanken verliebt, beim Schreiben jeweils ein ultra-bequemes Outfit zu tragen, das besagt: «Ich schreibe!» Milena Moser hat das bestimmt!  Ich denke da an den irischmoosfarbenen Mantel, den ich vor einigen Jahren in  Berlin gekauft habe  und dazu vielleicht eine bequeme Aladdin-Hose, wie wir das früher genannt haben. Immer vorausgesetzt, die Heizsituation lässt es zu. Und dann trage ich dazu noch einen knallroten Lippenstift und die Welt gehört mir! Dann fühle ich mich mutiger, als ich eigentlich bin. Mutig und doch geborgen in der Welt. Und natürlich würde ich in meinem Waschküchen-Schreibatelier auch Atelier-Partys veranstalten! Ich würde sie ganz nach Lust und Laune ansetzen, wahrscheinlich an einem Donnerstagabend. Ich würde dann jeweils die Lichtergirlande rund ums Waschhäuschen anstellen, was bedeuten würde: Open Doors im Atelier! Auch die El Tony Mate-Dosen, die ich in der Ecke gestapelt hätten, würden sich im Nu in ein Feierabendgetränk umwandeln lassen: Einfach mit ein wenig Vodka aufgefüllt, und schon steht der Ausgelassenheit nichts mehr im Weg.

Dreiundsechzig

Neun Autorinnen verschiedener Generationen aus der Winterthurer Schreibgruppe »Schreibtisch 3« stellten sich der Herausforderung, für jeden Tag der Woche eine Geschichte zu schreiben. So entstanden eine intergenerative Anthologie und ein buntes literarisches Kaleidoskop mit dreiundsechzig Geschichten zu Alltagsthemen, die uns alle beschäftigen. »Dreiundsechzig« (neun Autorinnen, sieben Wochentage) ist nach der Anthologie »Achtundzwanzig« (vier Autorinnen, sieben Wochentage) das zweite Buch eines literarischen Experiments, das wir mit noch unbekannten, aber sehr engagierten Autorinnen wagten.

Erzählungen
2015
Taschenbuch, 165 Seiten
Vergriffen


Holunderblütennachmittage

Vor dem Blumenbeet knie ich mich nieder. Jemand hat Malven gepflanzt. Ich nehme einen Erdklumpen, zerreibe ihn mit den Fingern. Die trockene Erde fühlt sich angenehm kühl an. Es ist die Erde, in die ich hineingeboren wurde. Es ist aber auch die Erde, in der meine Eltern begraben liegen. Das Massaker Leben hat ihnen zugesetzt. Ein schmaler Pfad aus Steinplatten führt ans andere Ende des Gartens. Ich gehe ihn entlang. Langsamen, bemessenen Schrittes. Es ist Oberwind, verkündet meine Grossmutter, als müsste ich genau wissen, was das bedeutet. Sie ist eine Zeichenleserin. Seit ich denken kann, sagt sie das Wetter anhand der Wetterfahnen auf dem Kirchturmdach voraus.

„Bekommst du jetzt kein Heimweh?“, fragte Mutter, wenn ich sie aus dem fernen Südostasien anrief und die Glocken der Kirche schlagen hörte. Die viertelstündlichen Zeitangaben per Glockenschlag bedeuteten mir nie allzu viel. Die Pfarrerstochter mit den Sommersprossen und dem Moskitonetz war meine Freundin, obwohl sie mir in allem überlegen war. Sie war eine Art weiblicher Piratenkönig. Vielleicht wegen dem tansanischen Impfausweis, der ihre Geburt auf dem exotischen Kontinent verbürgte. Abenteuerliche Leben, die abenteuerlich beginnen. Wegen dem weissen Streifen in ihren Haaren – ein Pigmentfehler. Oder ihren Stofftieren: Dem weissen Panther und der Zitronenmaus vor der Abfahrt in die Italienferien – die Insel lockt, ein Ferienhäuschen mit Plumpsklo und Tanz auf dem Kraterrand.

Die Eremitin, die sagt, es kommt nicht darauf an, was einem das Leben gibt, sondern was man daraus macht. Meine Achtung vor der Freundin könnte größer kaum sein. Mit vier hat sie mir das Schaukeln beigebracht. Mit 18 floh sie aus der Enge der Dorfgemeinschaft. Ich bin geblieben. Mit dem Tod meiner Mutter ging ein Auftrag zu Ende.

Ich habe mir nichts sehnlicher gewünscht als eine Schaukel unter dem Zwetschgenbaum. Doch der Baum war zu morsch, hieß es. Arbeit war wichtig. Gute Gastgeber, das waren meine Eltern. Verhätschelte Hunde haben sie genauso fraglos akzeptiert wie verhätschelte Kinder oder wilde Jugendliche. Nichts Menschliches war ihnen fremd –  er, die Liebe meines Lebens, erkennt die Unschuld in meinen Augen. Die Unschuld, die vielleicht nur an einem Ort wie diesem entstehen kann.

Ich habe das Boot geliebt, das meine Eltern besaßen. Zusammen mit dem pinkfarbenen, aufblasbaren Delfin. Meine Eltern haben immer verstanden, dass es Kinder ans Wasser zieht. Faule, sonnige Sonntage auf dem See. Nein, ich habe nie auf dem Kraterrand getanzt, dafür aber mit meinem pinkfarbenen Delfin jede Welle geritten. Oder dann habe ich vorne auf dem Boot gesessen und meine Zehen gezählt. Jemand hat eine Häuschenschnecke an den Holzverschlag gemalt – mit wasserfester Farbe. Seit Jahren lacht die Schnecke mir zu, so wie auch der Gartenzwerg mir schelmisch zuzwinkert.

Später war der Sonntag der hektischste Tag der Woche. Am Sonntag stand das Adrenalin hoch. Da wurde Eis verkauft, Hamburger, Hotdogs … ich kann die Speisekarte heute noch auswendig. Darf ich stolz sein? Ich dürfte es. Während andere Familien an sonntäglichen Holunderblütennachmittagen um den Gartentisch gesessen, Kuchen gegessen und Sirup getrunken haben, waren unsere Sonntage vor allem mit Arbeit angefüllt.

Das Holz ist morsch geworden. Der einzige Baum, der noch steht, ist der Baum, dem ich meine Geheimnisse anvertraut habe. Der Nebel dieser Landschaft im Herbst, die Berge von Zuckerrüben, die bald in die nahe Zuckerfabrik überführt werden – das alles rührt mich an. Ich gehöre in diese Erde, sie hat sich in mich eingeschrieben. Doch ich bin eine Vertriebene. Wenn ich gekonnt hätte, wäre ich geblieben. Für immer.

„Irgendwo muss man seine Wurzeln ja angeben“, sagt die lebenskluge kleine Frau mit dem grünen Band im Haar. Auch sie hat Abschiede erlebt. „Bleibst du bei mir?“, frage ich ihn, und ich meine damit nicht die Dinge, die einem in der Zähigkeit eines grauen Alltags zustoßen können, Geschichten von Fremdgehen oder Fremdlieben. Der Sensenmann ist auf Heimurlaub in der Südsee, sagt er. Der Sonntag ist der Familientag, hätte es sein sollen. Dass er es nicht war, hatte seine Gründe. Aber es gibt keinen Grund, warum er es nicht sein könnte.

In: Dreiundsechzig, Kameru Verlag

Löwenbaby sein

Ich setze den Pinsel an und male sorgfältig den ersten Strich. Maler sind sowieso nicht beliebt, wegen der Dämpfe, hat Marjola gesagt. Meine Füsse auf dem warmen Asphalt. Ich sehne mich nach der Kühle einer Kirche. Alles so sommerlich hier. Die Sommer meiner Kindheit, die grosse, verwitterte Villa mit den hohen Fenstern. Der goldumrahmte Eingang, die Giebelstatuen an den Fenstern. Meine Familie muss einst reich gewesen sein. Zu Zeiten von Michelangelo vielleicht. Meine erste Wohnung in der Stadt mit den Milchquadrat-Fenstern und dem hereindrängenden Verkehrslärm erzählt eine andere Geschichte. Ich kneife die Augen zusammen, versuche mich nur auf die Pinselstriche zu konzentrieren. Eine Frau mit dickem, schwarzem Haar … ist es meine Mutter? Hundepfoten, die auf dem hitzeabweisenden Marmorboden des Südens dahintrippeln. Der karamellfarbene Collie war ihr ständiger Begleiter. Ihr bodenlanges schwarzes Kleid, das ihr dieses Schauspieler-Image verleiht. Erinnerungen zerfallen in meinen Händen zu Staub.

Das Haus am Ende der Strasse, sagte ich damals zu meinem Freund. Er liest mir die Namen auf den Klingelschildern vor: Fam. Taucher auf Top 14, Fam. Pilz, Horat, Kiffmann. Ich möchte ein Löwenbaby sein, sagte ich, als er atemlos oben ankam. Das Ticket von Ehtiopian Airlines kautfe ich noch am selben Tag.

Die bunten Mosaiksteinchen glitzern in der Tropensonne. Kirchen gibt es hier keine, dafür viele Moscheen. Meine Mutter war keine besonders brave Frau gewesen, hatte sich dem Priester-Vater widersetzt, um einen Wilden zum Mann zu nehmen. Der Dorfplatz in einer samtenen, mondlosen Nacht, ein angenehmer Windhauch streicht mir über die Haut. Lichter gibt es wenige, junge Männer stehen im Kreis und reden. Später fährt einer mit dem Fahrrad über den Platz. Saadani Safari Lodge, steht auf einem Zettel geschrieben, den mir die Marjola mitgegeben hat. Eine mutige Frau, das sei sie gewesen, hatte Marjola gesagt. Nicht immer ganz einfach. Stur bis zur Boshaftigkeit, aufbrausend, ehrlich, kampfeslustig, aber auch sanftmütig und bescheiden. Bin ich das Produkt einer heissen Tropennacht während des Aufstands gegen die Kolonialisten? Meine Geschichte ist hinter der Erdkrümmung verschwunden – dort, wo ich sie nicht mehr erreichen kann.

Am Ufer sehe ich einige Flusspferde, die im Licht der aufgehenden Sonne baden. Ich hätte früher kommen sollen, um dann vielleicht für immer zu bleiben. Ich nippe an meinem Kaffeebecher und nähre den Salzsee in meinem Innern. Viel später kommt mir ein älterer Mann mit einem langen weissen Kaftan am Strand entgegen. Die Menschen hier leben von dem, was das Meer hergibt. Es ist später Nachmittag, das Meer hat sich zurückgezogen – »Gute Reise, Meer«, flüstere ich. Der Mann kommt näher, jetzt sehe ich, dass er einige glänzende Fische an einem Haken mit sich trägt. Vieläugig starren sie mich an. Mein Schritt verlangsamt sich. Der Mann hält inne, schaut mich an. Einzig die verschiedenen Farben des Meeres können es bezeugen, als er auf Suaheli sagt: »Karibu sana, toto.« (Willkommen, Kind)

Ankämpfen gegen die eigene Endlichkeit

Heute war es wunderbar sonnig und warm, ich hatte frei und ging zum Schreiben auf die schöne Plattenwiese mit Panoramablick über den See. Auf dem Spielplatz neben der Wiese sind mir mehrere Väter mit Kinderwagen begegnet. Der Anblick der Väter mit ihren Trinkfläschchen und Zahngummis und was der Henker sie sonst noch alles mitführen, hat mich wieder mal daran erinnert, dass diese Kleinkindphase einfach überhaupt nicht zu mir spricht. Sie interessiert mich als Lebensphase null. Und wenn es schon von aussen langweilig aussieht: Ich meine, kann es dann in der Innenansicht wirklich aufregender sein? Klar, man hat manchmal schon Erlebnisse abseits der Routine wie «Stämpfeli»-Anfälle und vollgekackte Unterhosen. Da muss man sich schon fragen: Soll ich mir das wirklich antun? Muss man natürlich nicht. Warum auch.

Neulich wurde in der Zeitung eine glückliche Mutter zitiert, die sagte: «Letztendlich habe ich mit meinen Kindern einfach Beziehungen zu tollen Menschen geschenkt bekommen!» Und weil ich dem Lebensentwurf klassisches Familienmodell ehrlich und aufrichtig eine Chance geben will, habe ich diesen Gedanken weitergesponnen und folgendes gedankliches Experiment gewagt: Wenn Kinder zu haben die einzige Möglichkeit wäre, Beziehungen zu Menschen aufzubauen … dann hätte ich alles, wirklich alles daran gesetzt, selbst auch Kinder zu haben. Dann hätte ich sogar mehrere! Aber – und hier endet das gedankliche Experiment bereits wieder – es ist nun mal nicht die einzige Möglichkeit, Beziehungen zu Menschen zu pflegen.

Warum denn gleich selber produzieren?

Und ich möchte auch den Wahrheitsgehalt der Worte aus dem Mund der glücklichen Mutter anzweifeln, denn: Das sind ja nicht Beziehungen, die wir frei wählen können. Sie werden uns quasi qua Universum gesandt. Ich meine, sind wir ehrlich: Da kann man einfach Glück oder Pech haben im biologischen Roulette. Ist das vielleicht das Reizvolle daran? Dass wir total die Kontrolle aus der Hand geben müssen? Bei allem guten Willen: Auch das klingt nicht nach Bucket-List. Oder ist es vielleicht die Neugier, ob man tatsächlich diese tiefe Liebe für ein Kind empfinden kann, auch wenn man nie verstehen wird, warum es sich für altägyptischen Bestattungsriten interessiert und diese mit Stofftieren nachspielt? Der glücklichen Mutter würde ich gern entgegnen: «Wenn du dir Beziehungen zu anderen Menschen wünschst, dann such dir halt Freunde. Ist es nicht etwas extrem, gleich welche produzieren zu wollen?»

Ich kann es zwar nicht nachvollziehen, aber statistisch gesehen ist es wohl so, dass ich als Kinderfreie einer Minderheit angehöre. Oft vergesse ich das. Bei meinem letzten Klassentreffen wurde es mir wieder mal so richtig deutlich vor Augen geführt, denn: Die meisten meiner ehemaligen Mitschüler:innen der Oberstufe haben zwei, drei, vier oder sogar fünf Kinder! F-Ü-N-F Kinder! Es hat mich echt entsetzt. Ich meine, woher nimmt man dieses Selbstverständnis? Man setzt Kinder in die Welt without the blink of an eye – und hat nicht mal den leisesten Zweifel, ob man der Menschheit damit wirklich etwas Gutes tut. Ist das nicht einfach nur selbstgerecht? Aber natürlich war es wieder mal so, dass nicht ich meine ehemaligen Mitschüler:innen gefragt habe: «Du, warum hast du eigentlich – so viele – Kinder?» Stattdessen wurde ich gefragt: «Hast du dir nie Kinder gewünscht?» Heikle Frage, aber ganz offensichtlich hat die Person das nicht abgeschreckt. Ich habe dann gesagt: «Ich brauche viel Raum und Konzentration für mein Schreiben, und Kinder sind Chaos-Maschinen, die mich in meinem künstlerischen Prozess stören würden.» Vielleicht habe ich es auch anders formuliert, eher kürzer und weniger kunstbezogen. Mehr so im Stil von: «Ich lebe nicht gern mit Kindern zusammen. Die machen Lärm.» Typisch, dass solche Fragen immer von jener Sorte Mensch gestellt wird, die sich von der Antwort provoziert fühlt.

Selbstbestimmt und zeitsouverän

Nun gut. Wenn ich es nicht schon längst aufgegeben hätte, hätte ich zurückgefragt: «Warum hast du dir denn Kinder gewünscht und dir diesen Wunsch erfüllt?» Aber ich weiss genau, wie einfallslos die Antworten ausfallen, deshalb erspare ich mir das mittlerweile. Niemand will es zugeben, aber letztlich ist bei allen doch einfach die Angst vor der eigenen Endlichkeit der ausschlaggebende Faktor – sowie eine kräftige Portion Übermut. Und weil Reproduktion dem Gefühl von Unsterblichkeit noch am nächsten kommt, bekommt man halt Kinder.

Am Morgen nach der Klassenzusammenkunft – ein Sonntag – erlebe ich ein Aufwachen, das mich in allem bestätigt: Ich dämmere nach einem tiefen und störungsfreien Schlaf in den Tag hinein und denke: Was für ein Luxus, aufzuwachen, wenn meine biologische Uhr es für richtig hält und mir dann erstmal eine Tasse Kaffee zu machen und mich dann wieder ins Bett zu verkriechen, um zu schreiben oder zu lesen …  So selbstbestimmt und zeitsouverän zu sein und dazu noch Freundschaften zu unterschiedlichen Menschen aus verschiedenen Kontexten zu pflegen … das ist für mich das wahre und gute Leben und jeder Lebensentwurf, der mir das verunmöglicht oder nur schon erheblich erschwert, hat mir einfach nichts zu bieten. I do it my way, summe ich leise vor mich hin, und der Stoffdrache, den wir meinem Ziehsohn aus den Ferien mitgebracht haben, erhebt seine Kopfstimme und krächzt in den schiefsten Tönen: «I do it my way …»

Ringen mit den Übermüttern

Ich bin jetzt seit vier Jahren Co-Parent. Also schon richtig erfahren! Im Klartext bedeutet dies: Ich bin kinderlos, gleichzeitig erhalte ich durch meinen Mann einen unverklärten Einblick ins Elterndasein. Einmal die Woche betreuen wir gemeinsam seinen Sohn. Wir hatten vorher beide überhaupt keine Erfahrung mit Kindern – umso mehr erstaunt es mich, wie rasch und unkompliziert wir in unsere Rollen hineingefunden haben. Wir sind ins Dasein als Tages- und Wochenendeltern geglitten wie in eine gut sitzende Jeans. Er kocht und baut mit dem Kleinen den Lego Mars Rover zusammen, ich lese ihm Bilderbücher vor und baue Sofahütten.  

Neulich hat der 5-Jährige beim Mittagessen verkündet, dass er Seepolizist werden möchte, wenn er gross ist. (Wegen dem Jetski). Und da wir am See wohnen und mein Mann seine Liebe und Zuneigung gern mit Kochen für seine Liebsten ausdrückt, meinte ich: «Dann würde Papi in deiner Mittagspause immer für dich kochen.» Daraufhin der Kleine: «Dann könnte ich immer zu euch an die alte Landstrasse kommen!» Diese Aussage hat mich so gerührt. Ihm Heimat zu schenken und Heimat zu sein, ist eine unermessliche Bereicherung für mich.

Doch Halt: Als Co-Parent gehöre ich nicht richtig zum Elternkosmos. Wenn ich Eltern davon berichte, dass ich den Kleinen vergöttere, aber auch wieder froh bin, wieder meine eigenen Wege gehen zu können, ernte ich schräge Blicke. Eigentlich hätte ich erwartet, dass man zu mir sagt: «Du hast es schön!» Oder zumindest: «Das kann ich sehr gut verstehen.» Stattdessen heisst es manchmal: «Wenn es die eigenen Kinder sind, ist es anders – viel vertrauter.»

Ein Satz wie ein Wurfgeschoss.

Ganz offensichtlich werde ich als Co-Parent im Elternkosmos für nicht ganz voll genommen. Wie überall da, wo es um Identität und Zugehörigkeit geht, werden mit fettem Edding Grenzen gezogen. Ich hier und du dort. «Vielleicht haben frisch gebackene Eltern Angst, die Bindung zu ihrem Kind zu gefährden, wenn sie sich ihren Wunsch nach Freiheit eingestehen», sagt Fabs am Samstagabend in der Wellnessoase. Immerhin ist sie gerade selbst zum ersten Mal Mutter geworden und bezeichnet ihr Kind als wünschenswertestes Wunschkind. 

Elternschaft trainiert die Liebesfähigkeit, und das ist sehr schön. Plötzlich nur noch ein grosser Ballen Gefühl zu sein: Das hätte mir bestimmt auch gefallen. Doch gleichzeitig ist mir als Freiheitsmensch die Vorstellung ein Graus, dass sich der Bewegungsradius so stark einschränkt und sich die Autonomie verabschiedet. Darf man es als Eltern bei aller Liebe für die Kinder nicht manchmal verfluchen, seiner eigenen Fremdbestimmung beraubt zu sein? Hinzu kommt: Der unbedingte Wille zur Aufopferung ist gefährliches Terrain. Vielleicht reagiere ich auch aus einem ganz bestimmten Grund so allergisch auf diesen Hang zur Bedürfnisnegierung: Weil es doch wieder oft die Väter sind, die ihren Raum besser verteidigen und sich Freiheiten ganz selbstverständlich herausnehmen. Väter, die im Wochenbett plötzlich einen vorher ungekannten sportlichen Ehrgeiz entwickeln, sich mit Verve in eine Sammelwut stürzen oder so ganz nebenher noch den selbst gebauten Windeleimer patentieren lassen.

Niemand kann mir weissmachen, dass die fehlende Spontanität und Freiheit des Elterndaseins nicht manchmal auch eine Bürde ist. Die gesteigerte Liebesfähigkeit hat ein Preisschild.

Oder kann es tatsächlich sein, dass sich in den mittleren Jahren, was das Bedürfnis nach Freiheit betrifft, eine gewisse Sattheit einschleicht? Oder dass die Autonomie ohnehin schon immer eine gänzliche Überforderung war und man froh ist, sie endlich loszusein? Wenn ich es mir genau überlege, kann ich es auch bei meinem Mann beobachten: Er geht mit der Fremdbestimmung lockerer um als ich. Ich kann gut damit leben, dass ich nun mal ein Mensch mit einem hohen Autonomiebedürfnis bin. Mir unterschwellig zu verstehen zu geben, ich könne als Co-Parent für die totale Selbstaufgabe wohl einfach nicht genug lieben, finde ich eine Anmassung. Wie innig und liebevoll Beziehungen auch mit etwas mehr Distanz sein können, beweisen Grosseltern und Enkelkinder jeden Tag. Unser Kind ist uns passiert. Dennoch habe ich mich für diesen Weg entschieden. Dafür habe ich  wenn nicht Anerkennung, so doch mindestens Respekt verdient.